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Ökodorf: Der Umbau in Wolfen-Nord könnte bald sehr konkret werden

b-herzemsgemeinschaft-010816Wolfen – Der Traum vom Ökodorf im Plattenbaurevier von Wolfen-Nord könnte schneller als geplant Form annehmen. Zwar sagt Paul Seifert von der Herzensgemeinschaft, dass sich die Gruppe von Enthusiasten allerhand Aufgaben von der Vereinsgründung über Standortentscheidung bis zur Beantragung von Fördergeldern gegenübersehe. Dennoch sind ihre Mitglieder bereit, erste Nägel mit Köpfen zu machen.

Die Keimzelle des Ökodorfs
Ihnen schwebt vor, eine Wohnung in der Platte zu mieten und diese zur Keimzelle des Dorfes zu machen. Praktisch würde sie dadurch zum Wochenendtreff werden. Die Vision vom Miteinander, vom gemeinsamen Arbeiten und Leben samt Gemüseanbau im Garten könnte gelebt werden.
„Ich kann nicht das Paradies verkaufen. Das ist schon harte Arbeit“, ist Seifert überzeugt. Er ist trotzdem zuversichtlich, Mitstreiter für das Ökodorf zu finden. Doch die werden Ausdauer brauchen.
Zwei, drei Jahre wird es nach Ansicht der Ideengeber mindestens noch dauern, bevor das Projekt wirklich laufen lernt. Der Wohnung in der Platte dürfte deshalb eine viel größere Rolle als die des Wochenendtreffs zufallen. Sie kann Musterobjekt sein und anschaulich demonstrieren, was ein Ökodorf im Sinne der Herzensgemeinschaft bedeutet.

Kennenlerntreff, um Zweifel zu zerstreuen
Damit würden Seifert und Mitstreiter wie die Dresdnerin Monika Deinbeck auch Zweiflern den Wind aus den Segeln nehmen. Um ein Gefühl für den Stadtteil und seine Bewohner zu bekommen, haben sie die vergangene Woche in Wolfen-Nord verbracht – und auch zum Kennenlerntreff eingeladen.
Sandor Kulman, Stadtrat der Linken, war einer der wenigen Wolfener, die das Gespräch mit Ökodorf-Fans suchten. Skepsis verhehlt er nicht. „Wenn hier klare Konzepte vorliegen, alles auch visuell greifbar ist, kann ich die Idee unterstützen. Ich bewundere den Mut der Leute.“

Leben, wo seit Jahren Abbruch dominiert
Kulman bezweifelt indes, dass junge Menschen weniger dem Ruf des Geldes als der Vision vom gemeinsamen Leben im Ökodorf folgen wollen. „Die gehen dorthin, wo sie gut verdienen.“
Solche Argumente ziehen für Paul Seifert längst nicht mehr. „Ich habe keine Lust mehr zu klagen. Ich will was tun“, sagt er und wagt tatsächlich Besonderes. Denn die Herzensgemeinschaft will dort für Leben sorgen, wo seit Jahren Abbruch dominiert. „Als wir hier im Christophorushaus starteten, waren Tausende Leute ringsherum“, erinnert Pfarrerin Margareta Seifert.
Jetzt ist das Haus praktisch eine Insel im Nirgendwo. Aber wohl auch deshalb genau der rechte Platz, um durchzustarten mit der Idee des anderen Wohnens.

Derzeit ein Genossenschaftsmodell
Ingrid Weske denkt praktisch. Die Frau vom Gemeindekirchenrat der Friedensgemeinde denkt beim Ökodorf auch ans Geld und fragt, wie das Projekt finanziell laufen lernen soll. Dessen Macher setzen derzeit hauptsächlich auf das Genossenschaftsmodell. Jeder zahlt Anteile.
„Und Mieten sind dann auch noch fällig“, so Seifert. Der angehende Allgemeinmediziner ist sicher, mit der Idee punkten zu können. Zumal gemeinsames Nutzen von so banalen Geräten wie Waschmaschinen und Rasenmähern Kosten sparen helfe.

Kooperation mit der HTWK Leipzig
Der junge Mann ist realistisch. „Je konkreter unser Vorhaben wird, desto einfacher können wir es vermitteln“, argumentiert er. Die Ökodorf-Enthusiasten setzen deshalb auf die Kooperation mit der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur.
Dort sollen Studenten im Wintersemester eine Stadtteilkonzeption für das Ökodorf entwickeln. „Dann finden wir sicher auch leichter Befürworter und Unterstützer“, meint Seifert. Sandor Kulman sieht das nicht anders. „Einfach mal aufzeigen, wo Schweinchen, Schafe oder Häuser hin sollen. Einfach alles greifbarer machen. Das hilft allen.“ (mz)

 

Quelle: http://www.mz-web.de/24486778 ©2016

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Die Wissenschaft hat Festgestellt, dass Gemeinschaft Zukunft enthält…

„Eine solch neue Sichtweise öffnet uns auch die Möglichkeit, Kreativität und die Gabe absichtsvollen und gemeinschaftsbezogenen Handelns für uns Menschen als genuin (nicht eingebildet) zu erkennen und daran auch zu glauben. Diese Sichtweise enthält die Basis für unser Streben nach Freiheit und Entfaltung von Individualität und erlaubt uns, anders sein zu können, ohne dabei die zu Grunde liegende Allver­bundenheit zu verlieren. Diese äußert sich in einer eingeprägten Neigung, unsere besonders ausgebilde­ten Fähigkeiten kooperativ mit anderen zu einem höheren Ganzen ‚organismisch’ einzubringen.“

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