Archiv für den Monat: April 2017

Eindrücke vom Frühlingswochenende Wolfen, März 2017

von Frauke Spangenberg

Achtung, es wird euphorisch. Es ist nun Sonntagabend und ich glühe durch die Erlebnisse unseres „Kennlernwochenendes“ innerlich nach. Eine Umbenennung in „Intensivwochenende“ wäre nicht untertrieben.

Ganz am Anfang des Wochenendes stellten wir uns einzeln die Frage, was an diesem Wochenende passieren müsse, damit wir danach sagen können, dass es „die wirklich beste Entscheidung war, dieses Wochenende in Wolfen verbracht zu haben“.

Mein Wunsch übererfüllte sich zu meiner eigenen Überraschung: in keinem einzigen Moment sehnte ich mich woanders hin, an keinen anderen Ort, zu keinen anderen Menschen. Abgetaucht vom eigenen Gedankenzirkus und voll und ganz eingetaucht in unsere Jetzt-Zeit-Gemeinschaft, öffnen sich meine Sinne genussbringend durch die Perlenkettenbegegnungen. Ja, es fühlte sich im Kopf wie perfekt angetüdelt an, leider manchmal mit Katergefahr durch ein Zuviel. Das muss ich selbst noch besser dosieren lernen.

Toll! Mit vielen teilte ich schnell das Grundgefühl eines fürsorglichen, impulsiven, wertschätzenden und spielerischen Miteinanders. Ich konnte miterleben, wie sich Einzelne mehr und mehr wohlfühlten, lachten, innerlich in Bewegung kamen und füreinander aufmerksam waren. Auch schwergefühlige Stimmen von Aufgewühltheit und Traurigkeit fanden an die Oberfläche. Stimmen, welche die eigentlich noch so frisch zusammengesetzte Runde zu hören und zu tragen vermochte. Ich war punktuell auch „stolz“ (sonst benutze ich dieses Wort nur, um es abzulehnen) auf unsere bisherige Gemeinschaftsarbeit, die das Ereignen dieser Gemeinschaftserlebnisse ermöglicht hat. Von „Arbeit“ spreche ich, weil es auch enorm anstrengende Momente innerer Ernüchterung, Loslösung, Neuausrichtung und Rückkehr gab, die den Gemeinschaftsprozess bisher auch begleitet haben. Das alles bereitete mir ein kribbelndes Hochgefühl. Jeden und jede Einzelne empfand ich als eine unaustauschbare Bereicherung.

Währendem ich Sonntagnachmittag schon wieder fernab von Wolfen in dem Pfarrersgarten der Kirche meines Chorkonzertes lag und von innen heraus mindestens genauso strahlte wie die Frühlingssonne, dachte ich dankbar daran, dass in Wolfen gerade (ohne mich …) aufgeräumt wird. So beobachtete ich, wie die Ameisen herumzackelten und sich nach einem scheinbar höheren Gesetz aufeinander beziehen. Und plötzlich übertrug sich in meinem Kopf dieses Prinzip auf die Entstehung unserer Herzensgemeinschaft. Ich stellte mir die Menschen dieses Wochenendes vor, wie sie gerade wieder zurück in ihre Leben zackelten. Durch die gewonnenen Erinnerungen werden wir mit Wolfen als Ameisenhaufen in irgendeiner Weise in Beziehung bleiben. Das ist nicht nur eine Drohung, es ist auch ein Versprechen.

Hinweis: Teilweise handelt es sich bei Passagen beinahe um Gedankenzitate Anderer, mit denen ich sehr in Resonanz gegangen bin, sodass sie hier als meine eigenen Worte und Gedanken erscheinen. Dabei bin ich mir sicher, dass viele Passagen „in etwa genau so“ auch von Anderen formuliert worden wären.

 

herzensgemeinschaft-wolfen.org
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