Archiv für den Monat: August 2016

Kooperation mit der HTWK

b-plattenbau-230516Die Ökodorfinitiative Herzensgemeinschaft Wolfen entwickelt ein Stadtteilkonzept für einen altes Plattenbaugebiet, welches gerade rückgebaut wird. Die Gemeinschaft möchte perspektivisch im nächsten Jahr siedeln und engagiert sich um die Einbeziehung der ansässigen Anwohner, der Stadt Wolfen, der Wohnungsbaugesellschaft und –genossenschaft. Es gilt zwischenmenschliche, demographische, pragmatische, rechtliche, finanzielle, bauliche und stadtplanerische Aspekte zu durchdenken.

Im Wintersemester 2016/17 startet an der HTWK ein inter- und transdisziplinäres Seminar unter Leitung von Ria Kesselring (bei Volly Tanner). In dem Seminar soll Expertise aus verschiedenen Fachbereichen zusammengetragen und gebündelt werden. Das Seminar startet mit einem Einführungsseminar vor Ort mit dem Schwerpunkt „Soziokratie„– einer agilen Selbstorganisationsmethode. Im Laufe des Semesters begegnen sich die Studenten und die Mitglieder der Gemeinschaft auf Augenhöhe. Die Studenten haben nach Absprache mit der Gemeinschaft die Möglichkeit, sich in den Arbeitskreisen der Gemeinschaft zu beteiligen und moderne Projektmanagementmethoden zu erfahren. Sie lernen die Initiative kennen und können sich nach ihren Interessen, Fähigkeiten und zeitlichen Kapazitäten einbringen.

herzensgemeinschaft-wolfen.org
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Vereinsgründung geschafft!

VereinsgründerWir haben es geschafft!

Nach langem Ringen ist es uns gelungen, den Freundeskreis Herzensgemeinschaft Wolfen e.V. als gemeinnützigen Verein eintragen zu lassen.

Im Rahmen der Sommergemeinschaft 2016 trafen sich die Gründungsmitglieder der Herzensgemeinschaft im Christopherushaus in Wolfen. In einer feierlichen Zeremonie wurde die Satzung unterzeichnet.

Der Verein gibt uns die Möglichkeit, als juristische Person rechtlich aufzutreten. Darüber hinaus können wir nun Fördermitglieder aufnehmen*, die die Gemeinschaft finanziell unterstützen möchten. Die Versammlung war nötig geworden, um vom Amtsgericht geforderte Änderungen einzuarbeiten. Wir haben die Gelegenheit genutzt, der Satzung diese Präambel hinzuzufügen:

Beseelt von dem Wunsch, sich eine neue, menschengerechte Ordnung zu geben und im Einklang miteinander und mit unserer Mitwelt zu leben, haben sich Menschen zusammengefunden, die Herzensgemeinschaft Wolfen zu gründen. Die Gemeinschaft ist offen für alle Menschen, die sich dem Wohl der Gemeinschaft und ihren Zielen verbunden fühlen. Die Gemeinschaft verpflichtet sich, diesen Menschen Raum für Heilung und Entwicklung zu geben.

Das Ziel der Herzensgemeinschaft ist eine inklusive Gesellschaftstransformation hin zu einer global gedachten, ganzheitlich nachhaltigen Lebensweise. Wir streben eine Gemeinschaft des solidarischen Miteinander an, in Selbstbestimmung und Partizipation.  Generationen-verbindend, spirituell, lebensbejahend, interreligiös und interkulturell wird die bestehende Kultur um viele teilweise schon bekannte Aspekte erweitert. Dies ist ein lebendiger Prozess, in dem auch Fehler und Scheitern mit einbezogen werden.

Der Verein dient als Organ der Gemeinschaft und soll als Werkzeug helfen, die Ziele umzusetzen.

*  Dafür könnt Ihr Andreas Sallam kontaktieren:
Tel.: +49 (0) 40/ 401 900 – 144
Fax: +49 (0) 40/ 401 900 – 102
E-Mail: andreas.sallam(Ät)greennetproject.org

herzensgemeinschaft-wolfen.org
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Ökodorf: Der Umbau in Wolfen-Nord könnte bald sehr konkret werden

b-herzemsgemeinschaft-010816Wolfen – Der Traum vom Ökodorf im Plattenbaurevier von Wolfen-Nord könnte schneller als geplant Form annehmen. Zwar sagt Paul Seifert von der Herzensgemeinschaft, dass sich die Gruppe von Enthusiasten allerhand Aufgaben von der Vereinsgründung über Standortentscheidung bis zur Beantragung von Fördergeldern gegenübersehe. Dennoch sind ihre Mitglieder bereit, erste Nägel mit Köpfen zu machen.

Die Keimzelle des Ökodorfs
Ihnen schwebt vor, eine Wohnung in der Platte zu mieten und diese zur Keimzelle des Dorfes zu machen. Praktisch würde sie dadurch zum Wochenendtreff werden. Die Vision vom Miteinander, vom gemeinsamen Arbeiten und Leben samt Gemüseanbau im Garten könnte gelebt werden.
„Ich kann nicht das Paradies verkaufen. Das ist schon harte Arbeit“, ist Seifert überzeugt. Er ist trotzdem zuversichtlich, Mitstreiter für das Ökodorf zu finden. Doch die werden Ausdauer brauchen.
Zwei, drei Jahre wird es nach Ansicht der Ideengeber mindestens noch dauern, bevor das Projekt wirklich laufen lernt. Der Wohnung in der Platte dürfte deshalb eine viel größere Rolle als die des Wochenendtreffs zufallen. Sie kann Musterobjekt sein und anschaulich demonstrieren, was ein Ökodorf im Sinne der Herzensgemeinschaft bedeutet.

Kennenlerntreff, um Zweifel zu zerstreuen
Damit würden Seifert und Mitstreiter wie die Dresdnerin Monika Deinbeck auch Zweiflern den Wind aus den Segeln nehmen. Um ein Gefühl für den Stadtteil und seine Bewohner zu bekommen, haben sie die vergangene Woche in Wolfen-Nord verbracht – und auch zum Kennenlerntreff eingeladen.
Sandor Kulman, Stadtrat der Linken, war einer der wenigen Wolfener, die das Gespräch mit Ökodorf-Fans suchten. Skepsis verhehlt er nicht. „Wenn hier klare Konzepte vorliegen, alles auch visuell greifbar ist, kann ich die Idee unterstützen. Ich bewundere den Mut der Leute.“

Leben, wo seit Jahren Abbruch dominiert
Kulman bezweifelt indes, dass junge Menschen weniger dem Ruf des Geldes als der Vision vom gemeinsamen Leben im Ökodorf folgen wollen. „Die gehen dorthin, wo sie gut verdienen.“
Solche Argumente ziehen für Paul Seifert längst nicht mehr. „Ich habe keine Lust mehr zu klagen. Ich will was tun“, sagt er und wagt tatsächlich Besonderes. Denn die Herzensgemeinschaft will dort für Leben sorgen, wo seit Jahren Abbruch dominiert. „Als wir hier im Christophorushaus starteten, waren Tausende Leute ringsherum“, erinnert Pfarrerin Margareta Seifert.
Jetzt ist das Haus praktisch eine Insel im Nirgendwo. Aber wohl auch deshalb genau der rechte Platz, um durchzustarten mit der Idee des anderen Wohnens.

Derzeit ein Genossenschaftsmodell
Ingrid Weske denkt praktisch. Die Frau vom Gemeindekirchenrat der Friedensgemeinde denkt beim Ökodorf auch ans Geld und fragt, wie das Projekt finanziell laufen lernen soll. Dessen Macher setzen derzeit hauptsächlich auf das Genossenschaftsmodell. Jeder zahlt Anteile.
„Und Mieten sind dann auch noch fällig“, so Seifert. Der angehende Allgemeinmediziner ist sicher, mit der Idee punkten zu können. Zumal gemeinsames Nutzen von so banalen Geräten wie Waschmaschinen und Rasenmähern Kosten sparen helfe.

Kooperation mit der HTWK Leipzig
Der junge Mann ist realistisch. „Je konkreter unser Vorhaben wird, desto einfacher können wir es vermitteln“, argumentiert er. Die Ökodorf-Enthusiasten setzen deshalb auf die Kooperation mit der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur.
Dort sollen Studenten im Wintersemester eine Stadtteilkonzeption für das Ökodorf entwickeln. „Dann finden wir sicher auch leichter Befürworter und Unterstützer“, meint Seifert. Sandor Kulman sieht das nicht anders. „Einfach mal aufzeigen, wo Schweinchen, Schafe oder Häuser hin sollen. Einfach alles greifbarer machen. Das hilft allen.“ (mz)

 

Quelle: http://www.mz-web.de/24486778 ©2016

herzensgemeinschaft-wolfen.org
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